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Anspruch auf leidensgerechte Beschäftigung bei Schwerbehinderung

Das Arbeitsgericht Berlin hielt am 27.01.2017 - 28 Ca 9818/16 fest, dass der Beschäftigungsanspruch schwerbehinderter Menschen erhöhte inhaltliche und prozessuale Anforderungen an den Arbeitgeber stellt. Gegenüber dem allgemeinen Beschäftigungsanspruch sei der Arbeitgeber beim Beschäftigungsanspruch eines Schwerbehinderten in größerem Maße zu Anpassungen an die Belange und das Leistungsvermögen des Arbeitnehmers verpflichtet.

Weiterhin müsse der Arbeitgeber in einem Gerichtsverfahren im Einzelnen darlegen, warum eine vom Anspruchsteller aufgezeigte Beschäftigungsmöglichkeit nicht in Betracht komme. Ebenso müsse in der Regel ein Präventionsverfahren nach § 84 Abs. 1 SGB IX durchgeführt werden und als Anpassungsmaßnahmen kann neben einem "Ringtausch" auch eine "gewisse asymmetrische Aufteilung von Arbeiten" erforderlich sein (vgl. BAG vom 14.03.2006 - 9 AZR 411/05).