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Vorherige Anhörung bei Druckkündigung erforderlich

Das Arbeitsgericht Berlin entschied am 01.07.2016 - 28 Ca 38/16, dass der betroffene Arbeitnehmer angehört werden müsse, wenn der Arbeitgeber beabsichtigt, eine sogenannte Druckkündigung auszusprechen, weil andere Arbeitnehmer sich über den Betroffenen beschwert hatten und ihrerseits abwandern wollten, sofern der Betroffene bleibt. Fehlt die Anhörung, so sei die Kündigung schon deshalb unwirksam.

Handelt es sich bei dem Arbeitnehmer um einen Schwerbehinderten, seien zudem die Grundsätze des § 81 Abs. 4 SGB IX zu beachten, wenn der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnisses trotz des aufgebauten Druckes fortführen will. Dafür sei unter Umständen die Arbeitsorganisation zu verändern und der Betroffene notfalls in einen anderen Arbeitsbereich zu versetzen.