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Abgrenzung zwischen Arbeitsverhältnis und Praktikum

Ein Praktikum und damit kein Arbeitsverhältnis liege nur dann vor, wenn ein Ausbildungszweck im Vordergrund stehe (vgl. BAG vom 13.03.2003 - 6 AZR 564/01), daran habe sich auch durch § 22 Abs. 1 S. 3 MiLoG nichts geändert, entschied das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am 20.05.2016 - 6 Sa 1787/15.

Dagegen handele es sich bei einem Praktikum eines Absolventen, bei der dieser hauptsächlich übliche Arbeitsaufgaben eines Arbeitnehmers zu erfüllen hat, um ein Scheinpraktikum und somit um ein Arbeitsverhältnis.

Die Darlegungs- und Beweislast für das Vorliegen eines Arbeitsverhältnisses trage der "Praktikant". Es könnten jedoch die Grundsätze der abgestuften Darlegungs- und Beweislast zu seinen Gunsten greifen. Der Vertragspartner sei sekundär darlegungs- und beweispflichtig, wenn der "Praktikanten-Vertrag" klassische Arbeitnehmerpflichten wie eine tägliche Anwesenheitspflicht von acht Stunden und eine Weisungsgebundenheit enthält. Erhält der vermeintliche Praktikant nur eine niedrige Praktikantenvergütung, die deutlich unter der branchenüblichen Vergütung liegt, handele es sich um eine sittenwidrige Vergütung in Form eines wucherähnlichen Geschäfts im Sinne des § 138 Abs. 1 BGB und dabei sei eine "verwerfliche Gesinnung" des Arbeitgebers zu vermuten.