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Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Das Arbeitsgericht Berlin entschied am 15.04.2016 - 28 Ca 1714/16, dass der Beweiswert einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht bereits dann im Rechtssinne erschüttert ist, wenn eine wegen Hüftbeschwerden arbeitsunfähig erkrankte Mitarbeiterin im Außendienst, die nebenberuflich mit Kenntnis und Billigung des Arbeitgebers einem Abendstudium nachgeht, im mehr wöchigen Erkrankungszeitraum an zwei oder drei Abenden von einem Kollegen im Seminar gesehen wurde.

Daran ändere sich auch nichts, wenn der Kollege sich zu erinnern glaubt, dass die erkrankte Arbeitnehmerin ihm gegenüber telefonisch berichtet habe, für einen der betreffenden Abende einen Termin beim Physiotherapeuten zu haben. Besonders wenn die beiden Arbeitnehmer zuvor außerdienstlich befreundet waren, könne es unterschiedliche, auch nicht arbeitsvertraglich relevante Gründe für entsprechende Äußerungen gegenüber dem Kollegen geben.