Fon: 05221-342540

E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Überstunden können vom Gericht geschätzt werden

Sofern der Umfang der Arbeitszeit nicht ausdrücklich festgehalten ist und der Arbeitsvertrag lediglich eine Beschäftigung in "Vollzeit" bestimme, könne der durchschnittliche Arbeitnehmer von einem Beschäftigungsumfang von 40 Wochenstunden ausgehen. Darüber hinaus geleistete Arbeitszeit seien Überstunden und der Mindestumfang geleisteter Überstunden dürfe vom Gericht geschätzt werden, wenn die Überstunden vom Arbeitgeber angeordnet waren und der Arbeitnehmer den genauen Umfang nicht darlegen kann. So urteilte das Bundesarbeitsgericht am 25.03.2015 - 5 AZR 602/13.

Sei mit der Formulierung "in Vollzeit" die Höchstgrenze der Arbeitszeit gemeint, müsse dies durch eine konkrete Stundenangabe oder durch Bezug auf den arbeitsrechtlich möglichen Zeitrahmen deutlich zum Ausdruck gebracht werden.

Die Vergütung von Überstunden bei fehlender vertraglicher Vereinbarung richte sich nach § 612 BGB.