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Vortäuschen von Arbeitsunfähigkeit ist außerordentlicher Kündigungsgrund

Das Vortäuschen einer Arbeitsunfähigkeit kann einen außerordentlichen Kündigungsgrund darstellen und beim dringenden Verdacht des Vortäuschens auch eine Verdachtskündigung rechtfertigen, entschied das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg am 12.02.2015 - 21 Sa 1902/14.

Für eine Verdachtskündigung müssen sich starke Verdachtsmomente auf objektive Tatsachen gründen und diese müssen geeignet sein, das für das Arbeitsverhältnis erforderliche Vertrauen zu zerstören. Dabei muss der Verdacht zudem dringend sein, ebenso wie der Arbeitgeber alle zumutbaren Anstrengungen zur Aufklärung des Sachverhaltes unternommen haben muss. Vor allem muss dem Arbeitnehmer die Möglichkeit zur Stellungnahme eingeräumt worden sein (vgl. BAG vom 25.10.2012 - 2 AZR 700/11).

Liegt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, ist zunächst vom Vorliegen einer tatsächlichen Arbeitsunfähigkeit auszugehen und die Beweiskraft einer solchen ist in der Praxis nur schwer zu widerlegen.