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Mindestlohn für Praktikanten

Das seit dem 01.01.2015 geltende Mindestlohngesetz (MiLoG) umfasst grundsätzlich auch Praktikantinnen und Praktikanten im Sinne des § 26 Berufsbildungsgesetzes.

Jedoch sind gem. § 22 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 - 4 MiLoG bestimmte Arten von Praktika von dem Mindestlohn ausgeschlossen.

Dazu zählen zunächst einmal all jene Praktika, die im Rahmen einer schulischen oder beruflichen Ausbildung, eines Hochschulstudiums oder einer Ausbildung an einer gesetzlich geregelten Berufsakademie verpflichtend zu absolvieren sind.

Weiterhin sind Praktika von bis zu drei Monaten ausgenommen, wenn diese entweder zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder für die Aufnahme eines Studiums durchgeführt werden.

Auch ein zu einer Berufs- oder Hochschulausbildung begleitendes Praktikum fällt nicht unter das Mindestlohngesetz, sofern es maximal drei Monate andauert und zuvor kein solches Praktikumsverhältnis mit demselben Ausbildenden bestanden hat.

Zuletzt gilt das Gesetz nicht für eine Einstiegsqualifizierung nach § 54a des Dritten Buches Sozialgesetzbuch und für eine Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68 bis 70 Berufsbildungsgesetz.

Praktikantinnen und Praktikanten, die nicht unter diese Ausnahmen fallen, haben einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 € brutto.

Dabei ist der Mindestlohn zwingend, d.h. Arbeitgeber und Praktikant können sich nicht auf einen niedrigeren Stundenlohn einigen.

Entscheidend für die Beurteilung, ob ein Praktikum vorliegt, ist die tatsächliche Ausgestaltung und Durchführung des Vertragsverhältnisses, nicht aber die Bezeichnung. Gem. § 22 Abs. 1 MiLoG ist dabei Praktikantin oder Praktikant, wer für eine begrenzte Dauer zum Erwerb praktischer Kenntnisse und Erfahrungen sich einer bestimmten betrieblichen Tätigkeit zur Vorbereitung auf eine berufliche Tätigkeit unterzieht, ohne dass es sich dabei um eine Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes oder um eine damit vergleichbare praktische Ausbildung handelt.