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Verhaltensbedingte Kündigung aufgrund von Schlechtleistung

Eine verhaltensbedingte Kündigung erfordere ein vertragswidriges, schuldhaftes Verhalten des Arbeitnehmers, wobei eine qualitative Minderleistung für eine solche Kündigung nur genügen könne, wenn die erbrachte Arbeitsleistung derartig schlecht ist, dass die arbeitsvertragliche Verpflichtung nicht erfüllt wird, so das Arbeitsgericht Iserlohn in seinem Urteil vom 17.04.2013 – 3 Ca 821/12.

Erbringt der Arbeitnehmer nur unterdurchschnittliche Leistungen, so verstoße er dadurch nicht automatisch gegen seine Arbeitspflicht, denn er müsse lediglich unter Ausschöpfung seiner persönlichen Leistungsfähigkeit arbeiten.

Dabei könne eine verhaltensbedingte Kündigung gerechtfertigt sein, wenn die Leistung des Arbeitnehmers weit hinter der vergleichbarer Arbeitnehmer zurückbleibt, also deutlich unterdurchschnittlich ist. Jedoch genügen Fehler alleine nicht zur Begründung einer verhaltensbedingten Kündigung, da Arbeitnehmer Fehler machen würden und nicht jeder Fehler eine solche Kündigung rechtfertigen könne.

Vielmehr müsse dargelegt werden, dass der Arbeitnehmer längerfristig durchschnittliche Fehlerquoten überschreitet.

Auch Sehprobleme begründen keine verhaltensbedingte Kündigung, sondern allenfalls eine personenbedingte, jedoch wäre dafür eine negative Zukunftsprognose hinsichtlich der Sehstörung erforderlich.