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Aufforderung zum „Krankfeiern“ begründet verhaltensbedingte Kündigung

Fordert ein Arbeitnehmer einen anderen Arbeitnehmer seines Betriebs wiederholt zum „Krank Machen“ auf, so sei nach § 626 Abs. 1 BGB eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund gerechtfertigt, urteilte das Arbeitsgericht Ludwigshafen am 22.09.2011 – 5 Ca 145/11.

Hierin liege eine versuchte Anstiftung zum Arbeitszeitbetrug vor, die zu einer vorsätzlichen Vermögensschädigung des Arbeitgebers führen kann und dies stelle daher einen massiven Verstoß gegen die Treuepflicht aus § 241 Abs. 2 BGB dar.

Im vorliegenden Fall hörte die anwesende Heimleiterin aufgrund des eingestellten Lautsprechers des Handys das Telefongespräch zwischen den zwei Arbeitnehmern mit.

An der Verwertbarkeit der Zeugenaussage des zweiten Arbeitnehmers bestünden jedoch keine Zweifel, da die Initiative von dem Zeugen und nicht vom Arbeitgeber ausging. Auch sei keine vorherige Abmahnung erforderlich, weil hier eine schwerwiegende Pflichtverletzung vorliege, die der Arbeitnehmer ohne Weiteres hätte erkennen können.