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Arbeitnehmerhaftung gelten auch für arbeitnehmerähnliche Personen

Für grob fahrlässig verursachte Schäden hafte ein Arbeitnehmer ebenso wie eine arbeitnehmerähnliche Person grundsätzlich in vollem Umfang, entschied das Hessische Landesarbeitsgericht am 2.4.2013 – 13 Sa 857/12.

Um von grober Fahrlässigkeit ausgehen zu können, müsse die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in einem ungewöhnlichen hohen Maß verletzt und das nicht berücksichtigt worden sein, was jedem hätte einleuchten müssen, wobei der schwerwiegende Pflichtverstoß nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv vorzuwerfen sein muss.

Trotz des Grundsatzes zur Haftung in vollem Umfang müsse jedoch eine Abwägung der Gesamtumstände stattfinden, um den tatsächlichen Anteil an der Schadensbeseitigung des Arbeitnehmers festlegen zu können. Dabei müsse beispielsweise berücksichtigt werden, ob der Verdienst des Arbeitnehmers in einem klaren Missverhältnis zum verwirklichten Schadensrisiko stehe und ob dem Arbeitnehmer so eine ruinöse Ersatzpflicht treffen dürfe.

Dies gelte auch für arbeitnehmerähnliche Personen, zumindest soweit sie in ihrer wirtschaftlichen Abhängigkeit in einem organisierten Bereich vergleichbar mit einem Arbeitnehmer tätig sind.