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Unbefristetes Arbeitsverhältnis auch bei der Verrechnung um einen Tag

Laut Urteil des Landesarbeitsgerichts Mecklenburg-Vorpommern vom 17.04.2013, Az.: 2 Sa 237/12, besteht auch dann bereits eine unwirksame Befristung und damit ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, wenn sich der Arbeitgeber bei der Berechnung der Befristung lediglich um einen Tag verrechnet habe.
Im vorliegenden Fall lief der Vertrag der Arbeitnehmerin genau zwei Jahre und einen Tag, weshalb diese von einem unbefristeten Fortbestand des Vertrages ausgegangen sei, während die Arbeitgeberin einen Inhaltsirrtum vortrug und deshalb die Anfechtung sowie vorsorglich die Kündigung des Arbeitsverhältnisses erklärte.
Das Gericht entschied, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vorläge, da eine Befristung ohne Sachgrund gem. § 14 Abs. 2 TzBfG bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig sei, bei einer Überschreitung um einen Tag, seien diese Voraussetzungen jedoch nicht gegeben.
Auch käme keine Anfechtung infrage, da es an einem Anfechtungsgrund mangele. Ein Inhaltsirrtum läge nicht vor, da es sich hier um einen bloßen Rechenfehler der Arbeitgeberin handele und nicht um ein Vertippen, die Arbeitgeberin habe also genau die Erklärung abgegeben, die sie auch abgeben wollte. Ebenso seien die Anforderungen an eine Kündigung nicht erfüllt, sodass es bei einem wirksamen unbefristeten Arbeitsvertrag bliebe.